Übersicht: Statistischer Wetterverlauf im deutschsprachigem Raum
Als Hintergrund Info unbedingt auch lesen:
Langfristwetter (von Rechenmodellen über Singularitäten bis100-jäh.Kalender)

Januar

16.-26. Hochwinter zu 80% Kältehoch über Rußland mit den tiefsten Temperaturen des Jahres

Februar

19.-24. Spätwinter mit Kältehoch über Rußland, danach Tauwetter bis Monatsende

März

(10)/13.-23. zu 69% Hochdruck mit Kern über Skandinavien, danach Kälteeinbruch sehr wahrscheinlich

April

Aprilwetter mit unsicheren Hochs vom 1.-5. und 14.-20.

Mai

Um den 9. oder 17. Kälteeinbruch mit den Eisheiligen, vom 20.-27. zu 80% Hochdruck oft mit Kern über Skandinavien

Juni

10.-20. zu 89% schlechtes Wetter (Schafskälte)
Statistisch richtig: Zeigt sich vom 21. Juni bis 11. Juli sehr oft naßkaltes Wetter, so ist ein verregneter Sommer zu erwarten (erweiterte Siebenschläferregel).

Juli

18.-31. Hundstage mit Hochdruck, Hochsommer, Höchsttemperaturen!

August

5.-7. zu 84% Woken u. Regen, 26.-31. zu 79% Hochdruck

September

1.-10. zu 79% schönes Wetter, 23.-30. zu 85% Hochdruck

Oktober

10.-19. Zu 69% Hochdruck, 26.-29. zu 69% Kälteeinbruch

November

1.-6. oft Hochdruck (Nebel!), vom 9.-12. winterlich

Dezember

Zu Weihnachten zu 72% Tauwetter

Quellen: G. Rampe, B. Martens, M. Kreipel

Januar
Mit einer Wahrscheinlichkeit von 80% - also in 8 von 10 Jahren - stellt sich vom 16. bis 26. Januar Hochdruck (Inversion, Smog) mit dem Kern über Rußland ein. Es bringt mit schneidender Kälte die tiefsten Temperaturen des ganzen Jahres, obwohl der kürzeste Tag der 21. Dezember war. Dies ist so, weil der Erdboden, der die Luft erwärmt, mit einmonatiger Verzögerung auf die stärker werdende Sonneneinstrahlung reagiert. Damit erklärt sich auch, daß die heißesten Tage i.d.R. Anfang August sind und nicht um den 21 Juni, wenn die Sonne am höchsten steht.Daß diese Erkenntnis nicht neu ist , zeigt folgende Bauernregel: "Wenn die Tage beginnen zu langen, kommt die Kälte erst gegangen".

Februar
Den Wetterablauf im Februar kann man nicht eindeutig einordnen, denn je nach dem wie sich die Wetterlage einschwingt, dominiert weiter das Winterhoch von Ende Januar, oder es stellt sich eine westwetterlage ein, mit den häufig stärksten Stürmen des Jahres. Generell ist der Februar aber nicht mehr so kalt wie der Januar. Der Winter soll sich noch mal austoben, damit er in den kommenden Monaten keine Kraft mehr hat. Ruht er sich dagegen im Februar aus, kommt er im März mit Macht. Aber auch die Stürme toben sich jetzt aus, meist mit milder Luft aus Südwest bis West verbunden. Dazu paßt auch, daß wir in diesem Monat der Altersruhesitz für ausgelutschte Hurrikans sind!

März
M. K.: 13.-25. Zu 70% Hochdruck, B. M. : 15-25. März gute Bedingungen
Unter erfahrenen Fliegern ist es schon kein Geheimnis mehr, in der Zeit vom (10.)-13. bis 23. kommt endlich mit einer Wahrscheinlichkeit von 69% ein Hochdruckgebiet! (in den letzten 40.Jahren deutet sich eine leichte Verschiebung nach vorn an.). Daß Sonne hat schon recht viel Kraft hat, merkt man im Auto und in windgeschützten Ecken. Also die Thermik ruft und das Aprilwetter watet schon!
Doch die schönen Tage bleiben nicht ohne Folgen, denn durch die Erwärmung über West- und Mitteleuropa steigt die Luft auf und kalte Luft aus Skandinavien, wo noch viel Schnee liegt und kaum Sonne scheint, bricht im Anschluß (23. bis 31) an das Hochdruckgebiet zu uns herein
Dieser Wetterzusammenhang begleitet uns bis in den Mai und man kann sich darauf verlassen, daß nach jeder Schönwetterperiode prompt ein Kälteeinbruch folgt.
Durch die noch sehr trockene Winterluft hat man auch an stark thermischen tagen in den Bergen keine Probleme mit Überentwicklungen und gewittern.

April
M. K.: 11.-14. , sowie 27.-29. häufig Hochdruck
B. M.: Gut vom 15.-25. April, (Hammertag oft um den 20.)
Im April ist das einzig sichere der ständige Wetterwechsel! Mit Glück zeigt sich vom 1. bis 5. und vom 14. bis 20. ein Hochdruckgebiet, aber richtig verlaß ist darauf nicht.
Aber auch die ständigen Wetterwechsel haben ihre Gründe, denn die Sonne scheint schon sehr stark, was sich deutlich sichtbaren Wasserdampf zeigt, der nach einem Regenguß von Straßen und Dächern aufsteigt.
Ab jetzt ändern sich in der feuchteten Luft die Wolkenformen von eher flachen, strukturlosen Schichtwolken im Winter zu großen Quellwolken mit Schauer und Gewittergefahr.
Im April findet eine großräumige Umstellung unseres Wettergeschehens statt. Während im Winter die Hochs über den kühlen Landmassen Rußlands und Skandinaviens die atlantischen Tiefausläufer fernhalten können, ziehen die Tiefs besonders im April genau über uns. Zusätzlich plaziert sich das Azorenhoch (durch den nach Norden wandernden Sonnenstand) etwas weiter nördlich und bereitet den Tiefs damit eine Rennstrecke direkt zu uns.

Mai
M. K.: 1.-5. Und 22.-26. Günstige Fluglagen
Im Mai beruhigt sich das Wetter und Anfang Mai (1.-5.)ergeben sich häufig gute Streckenflugtage in den Nordalpen.
Jedoch können die oben angesprochenen Kaltlufteinbrüche für böse Überraschungen sorgen. Dazu zählen auch die Eisheiligen" vom 11. bis 14. Die bis 1910 mit einer Wahrscheinlichkeit von 77% eintrafen. In den darauffolgenden Jahren sind sie immer etwas unpünktlich gewesen (mal kommen sie um den 9. Mai, mal um den 17.) und deutlich abgeschwächter.
Leider fällt auch die Himmelfahrtswoche oft in diese Schlechtwetterphase und damit viele Fliegerurlaube.
Ende Mai, vom 20. bis 27. setzt sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 80% Hochdruck durch. Das Hoch plaziert sich dabei oft über Nordeuropa, was dem Flachland super Flugwetter verspricht. Die Alpen werden nicht immer voll mit einbezogen und können zu labil sein, ausnutzen sollte man dann bei der Startplatzauswahl den Stabilisierungseffekt am Alpenrand, dabei wählt man bei labilen Bedingungen eher berge am Alpenrand und bei stabilen Bedingungen (so auch im Hochsommer und Herbst) eher inneralpine Berge. Dadurch ergeben sich oft Super Tage, während es inneralpin zu labil ist.
Statistisch bietet zu 80% in der Zeit vom 29.5-5.6. super Flugtage im Alpenraum.
Und wie besonders im Frühjahr üblich wird jede Schönwetterperiode durch einen Kaltluftvorstroß abgelöst, da sich die Luft über Europa aufheizt und aufsteigt und damit kühlere Luftmassen aus Nordwest heranführt.

Juni
M. K.: Top-Streckenflüge vom 29.5.-5.6.
B. M.: Gut oft in der letzten Mai- und 1. Juniwoche
Nach der schönwetterperiode ende Mai/Anfang Juni muß man zu 89% mit der Schafskälte rechnen, kühle Meeresluft mit Gewittern sind dann die Regel in der Zeit vom 10. bis 20. Juni. Die schafskälte ist wie im Frühjahr üblich (und oben schon beschrieben) die Reaktion auf das Aufsteigen der warmluft über Europa und das Ansaugen der kühleren Luft über dem Atlantik. Bis zum Ende des Monats stellt sich häufig schönes Wetter ein.
Am 27. Juni steht der Siebenschläfertag ("regnet's am Siebenschläfertag, es sieben Wochen regnen mag") auf den Kalendern, doch an diesem Tag ist nichts besonderes!
Interessant ist aber welche Wetterlage, die sich in der Zeit vom 21. Juni bis 11. Juli einstellt, denn zu dieser Zeit schwingen sich die Wetterfestem für den Sommer ein und bestimmen in den Alpen zu 80%, in der Mitte Deutschlands zu 70% und an der Küste zu 60% das Sommerwetter.

Juli
M. K.:6.-13. gut im Alpenbereich; 12.-15. gut im Flachland
B. M.: Gute Bedingungen oft vom 25.7.-15.8.
Normalerweise ist der mitteleuropäische Sommer durchwachsen und Schönwetterperioden werden immer wieder von den schon bekannten Einbrüchen atlantischer Schlechtwettergebiete abgelöst, da die Erwärmung des Meerwassers deutlich langsamer geht als die der Landmassen ersetzt die feuchte, kühlere Atlantikluft die durch die Erwärmung aufsteigende Festlandsluft. Nachdem sich das Land wieder abgekühlt hat kann dieser Kreislauf von neuem beginnen. Es kann sich weder eine andauernde Hitze- noch eine andauernde Kälteperiode etablieren. Mit starken Gewittern ist in den Übergängen zu rechnen.
Der Juli wird überdurchschnittlich von der Wetterlage bestimmt, die sich bis zum 11. Juli eingeschungen hat (angepaßte Siebenschläferregel, siehe Juni). Zeigt sich überwiegend Regenwetter (wie es die Regel ist), dann wird auch der übrige Monat durchwachsen.
Aber so oder so, vom 12. bis 15. Juli ist häufig mit guten Wetter zu rechnen, während
vom 16. bis 22. kühle atlantische Regenluft die Regel ist. Anschließend vom 23. bis zum Monatsende läuft zur Hochform auf - wenn es Temperaturrekorde geben sollte, dann jetzt. Gegen Monatsende ist bei der sich abschwächendem Hochdruck mit Gewittern zu rechnen.

August
M. K.: Anfang August oft noch Hammertage in Fiesch
B.M.: Gute Bedingungen oft vom 25.-7.-15.8.
Die Schönwetterlage ab dem 24. Juli hält oft bis 12. August an, nur kurz um den 5. bis 7. August wird es zu über 80% von Gewitterluft unterbrochen . Diese Hitzeperiode wird als Hundstage bezeichnet
Ab dem 13. Beendet Atlantikluft die Hitzeperiode und erst zum Monatsende tritt der Spätsommer mit knapp 80 % Wahrscheinlichkeit ein (siehe September)

September
M. K.: Anfang des Monats Hochdruck und vom 23.-30.
B.M.: Hochdruck sehr oft in der letzten Septemberwoche
Das Septemberwetter läßt sich meistens gut kalkulieren, denn der Spätsommer kommt mit 79% und der Altweibersommer kommt mit 85%! Aber trotz des guten Wetters kündigen die ersten Morgennebel den Herbst und die schwindende Thermik an. Durch die schwächere Sonneneinstrahlung und die schwindenden Temperaturunterschiede von Wasser und Landmassen halten die Schönwetterphasen im September und Oktober oft länger an. Aber trotzdem macht sich der Herbst schon bemerkbar, denn vom 11. bis 22. sind Regenschirm und wärmende Kleidung gefragt. Vom 23. bis zum 30. September kommt mit einer Wahrscheinlichkeit von 85% der Altweibersommer.

Oktober
M. K.: Hochdruck vom 8.-18.
B.M.: Hochdruck oft 2.+/oder 3. Oktoberwoche
Wenn der Altweibersommer keine Überstunden macht stellt sich anfangs des Monats naßkaltes Wetter mit den ersten Herbststürmen ein, denn das jetzt sonnenarme Skandinavien ist schon stark ausgekühlt und die kalte Luft trifft auf noch recht warmes Wasser. Dadurch steigt die Luft auf und erzeugt eines der herbstlichen Islandtiefs. Aber der Oktober bietet auch noch viele schöne Tage, vom 8. bis 18.Oktober setzt sich zu 69% wieder ein Hochdruckgebiet durch (mit dichtem Morgennebel). Gegen Monatsende muß mit 67prozentiger Wahrscheinlichkeit mit den ersten winterlichen tagen gerechnet werden. Ein Vergleich der Schönwettertage im Oktober zeigt, daß er den Namen "Goldener Oktober" zu recht trägt. Im Oktober sind durchschnittlich 46,5% Schönwettertage, im September nur 37,5% und im November nur 36%.

November
Der November sei hier nur der Vollständigkeit halber beschrieben, denn wettermäßig kann man ihn vergessen. Bei Tiefdruck regnet es und bei Hochdruck herrscht ekliger Nebel und Hochnebel. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 69% macht sich vom 1. bis 6. ein Hochdruckgebiet breit. Vom 9. bis 12. zeigt der Winter sich zum ersten mal, vom 13. bis 22. führt der November vor, warum er früher "Nebelung" hieß: Ein Hoch läßt. Vom 23. bis 30. führt Regenwetter zu wärmeren Temperaturen., die wenigstens wird jetzt der Nebel weggeblasen. Statistisch ist noch folgende Regel interessant: Sind Oktober und November kälter als normal, dann ist mit 81% Wahrscheinlichkeit der nächste März überdurchschnittlich warm.

Dezember
Der Dezember hat ähnlich wie der November für Flieger kaum etwas zu bieten, denn er hat die größte Häufigkeit an Tiefdruckgebieten im ganzen Jahr. In den ersten zehn Dezembertagen sind häufig sehr warm, daran anschließend kommt mit 67% Wahrscheinlichkeit eine ordentliche Kälteperiode. Pünktlich zur Weihnachtszeit kommt mit 72% das berüchtigte Weihnachtstauwetter und bleibt bis zum Monatsende.

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Zuletzt bearbeitet am 18.03.00